Wenn man sich wie ich mit Themen wie “Plastikfrei” befasst, kommt man um Bio und grüne Alternativen irgenwann nicht mehr herum. Aber reicht “Bio kaufen” fürs Umweltbewusstsein? Denn manchmal macht vieles Sinn und folgt in logischer Konsequenz dem ersten Schritt – und vieles macht das nicht. Da liegt dann z.B. die Demeter-Gurke in Plastik verpackt neben der normalen Gurke ohne Plastik. Mein Kopf kommt da irgendwie durcheinander. Ich bin bei weitem nicht perfekt – aber ich versuche mir Gedanken zu machen und nach und nach die Dinge zu verbessern.

Womit ich mich irgendwann auch beschäftigt habe, waren die Ecken meines Lebens, die nicht so offensichtlich sind wie die Gurke. Ich hab mich gefragt: was geht denn eigentlich neben plastikfrei und bio einkaufen noch? Und ihr glaubt nicht, auf wie viele Dinge ich gekommen bin. Ich stell euch einige vor:

  • Grüner Strom: ok, naheliegend. Das war so mit das Erste, was ich umgestellt habe. Ich habe dazu lange recherchiert, bei Utopia findet ihr z.B. eine Vergleichsliste mit Ökostromanbietern (die ist aber nicht ganz aktuell). Eine kurze Erklärung für alle, die gerade nur Bahnhof verstehen. Stromversorger kaufen Strom in großen Mengen von verschiedenen Quellen ein. Das ist meist ein Mix aus Kernkraft, Braunkohle, anderen fossilen Brennstoffen, Wasserkraftwerk und Windkraft, Gasanlagen etc. Als Verbraucher kann man schlecht bestimmen, welchen Mix man bekommt, es sei denn man geht zu seriösen, rein grünen Stromanbietern. Wichtig ist hierbei, dass das Geld in den Ausbau der erneuerbaren Energien gesteckt wird und nicht, dass damit Kohlekraftwerke etc. finanziert werden. Ich habe mich nach viel hin und her jetzt erstmal für die SWM/Ökostrom entschieden. Das hat einen wichtigen Grund: die SWM hat eigene Wasserkraftwerke an der Isar und baut gerade kontinuierlich die erneuerbaren Energien aus. Ziel ist, mit eigenen, regionalen Werken irgendwann ganz München mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Das möchte ich unterstützen.
junger mann macht peace-zeichen in die Kamera
  • Grüne Mails: Wer kennts nicht? Da macht man seinen Mail-Account auf Gmx, Web oder sonstwo auf und hat neben 2 Newslettern noch 5 Werbemails dabei. So nervig. Ich merke das immer richtig, wenn Gmx wieder einen Schwung Adressen verkauft hat. Dann ist mein Postfach nur noch zugemüllt. Das wollte ich nicht mehr mitmachen, meine Daten mehr schützen und bin gewechselt. Seit ein paar Monaten bin ich jetzt bei Posteo, und ich muss sagen: das ist mir das Geld wert! Ich zahle 12€ im Jahr und bin tiptop zufrieden. Alles funktioniert einwandfrei, ich bekomme überhaupt keine Spam-Mails mehr. Meine Daten sind sicher, werden verschlüsselt, selbst die Anmeldung und der Bezahlvorgang war vergleichsweise anonym. Wenn ihr einen grünen (100% Greenpeace-Ökostrom, Gewinn wird auf grünen Banken angelegt) sucht, seid ihr hier richtig. Die Bundesdatenschutzbeauftragte, Andrea Voßhoff, hat in ihrem vorletzten Tätigkeitsbericht übirgens den Anbieter für seinen sicheren Umgang mit Daten gelobt.
Frau hält Schild bei Klima-Demo hoch
  • Grüne Suchmaschine: klar, wir alle nutzen Google, weil es schnell und umfassend ist, aber eine Suchmaschine ist ja nur so gut, wie die Daten, die sie bekommt. Also helfe ich jetzt mit, eine grüne Suchmaschine aufzubauen. Seit Anfang des Jahres habe ich Ecosia installiert. Bei jeder Suchanfrage verdient Ecosia mit den Anzeigen Geld und pflanz damit Bäume. Genial, oder? Die Suchmaschine hat in den letzten Monaten echt zugelegt und kann es mit Google in vielen Bereichen aufnehmen. Ich greife nur noch auf den Suchriesen zurück, wenn ich zu 100% sicher gehen will oder etwas partout nicht finde.
Schild einer drive-in Bank
  • Grüne Bank: (oder Ethikbank genannt) die Sache mit dem lieben Geld….ich möchte natürlich, dass meine Bank mein Geld nicht für Rüstung, Atomenergie, Kinderarbeit ausgibt oder auf dem Lebensmittelmarkt damit spekuliert. Sie soll es nachhaltig für Umwelt und Gesellschaft anlegen. Das erste Mal darüber nachgedacht habe ich, als ich über GLS Bank gestolpert bin. Nie vorher gehört, keinen blassen Dunst gehabt. Doch das liebe www hat mich schnell weiter gebracht. Auf Utopia findet ihr auch eine Auflistung von ethischen Banken. Im Moment überlege ich noch, was der beste Schritt ist. Ich bin schon bei einer Bank, die viele Sachen so umsetzt, wie ich es möchte, aber eventuell geht da noch mehr. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Iphone liegt auf einem Mac Computer
  • Grünes Handy: puh…der für mich schwierigste Schritt. Zum einen möchte ich mich natürlich Stück für Stück bessern. Auf der anderen Seite bin ich von Berufs wegen auf ein gutes Handy mit möglichst vielen Optionen/Kamera etc. angewiesen. Das erste Fairphone hab ich mir schon angesehen, das konnte mich damals nicht begeistern. Mittlerweile ist die dritte Auflage in der Mache…vielleicht ist es jetzt etwas für mich. Auf der anderen Seite möchte ich mein Iphone nicht ersetzen, so lange es noch funktioniert. Das wäre nämlich auch nicht nachhaltig. Ich behalte es daher lieber und nutze es bis zum bitteren Ende und suche mir dann ein neues Handy. Sagt doch mal: wie macht ihr das mit eurem Handy? Habt ihr schon ein Fairphone oder nutzt ihr die gängigen Modelle von Samsung, Apple & Co.?
Alle Dinge, die ich euch hier empfehle, zeige ich aus purer Überzeugung. Deshalb hier der Verweis "unbezahlte Werbung" - ich wurde von keiner der oben genannten Firmen für eine Erwähnung beauftragt/entschädigt/bezahlt.