Ich weiß nicht, ob euch das auch so geht – aber im November denk ich oft über das Jahr nach. Mehr als an Silvester. Liegt vielleicht am Nebel….dann tauchen nämlich auf einmal wie aus dem Nichts Menschen, Momente und Erinnerungen auf. Ich denke über Erlebtes nach und wundere mich, warum mir gerade jetzt eine Situation oder eine Person in den Sinn kommt.

Der November zwingt uns langsamer zu werden. Mit seiner Kälte. Mit seinem Nebel. Es geht nicht mehr so schnell und wild und ungestüm zu wie vielleicht noch im Oktober. Vielleicht kommt dieser Rückblick deshalb auf. Weil man das erste Mal im Jahr einfach etwas langsamer geht und nicht mehr der Zeit und den Freizeitaktivitäten hinterher rennt.

Vielleicht kam mir auch deshalb diese Situation in den Sinn, wie ich sie Anfang des Jahres erlebt habe. Ich habe sie in mehreren Gedichten verarbeitet – eines lest ihr hier unten.

Eine Trennung ist immer schmerzhaft – für beide. Egal, wer Schluss macht. Egal, wie lange oder kurz die Beziehung war. Manchmal empfindet man noch Symphatie für den anderen und möchte die Person, an die man sich so gewöhnt hat, die so in den Gedanken verankert war, nicht loslassen. Weil man weiß, dass es dann Wirklichkeit wird. Dass dann wirklich Schluss ist. Diese Zeit zwischen dem, was grad noch war und dem, was gleich sein wird – diesen fragilen Moment hab ich hier eingefangen.

Gedicht über Abschied