Hallo ihr Lieben!

Nach dieser 6-Wochen Challenge (aka Fastenzeit) ist es nun an der Zeit einen Blick zurück zu werfen und das gesamte Projekt kritischer Beobachtung zu unterziehen. Wie erging es mir in dieser Zeit? Was hat sich bewährt, wo bin ich wieder zu alten Produkten zurück gekehrt? Und ganz wichtig: was ist am Ende gelieben?

Zuallererst einmal das: die Challenge war wirklich eine schöne Herausforderung! Fordernd und fördernd, wie ich so gerne sage. Man ist gezwungen sein alltägliches Leben zu überdenken und neue Wege zu gehen, neue Dinge auszuprobieren und den Horizont zu erweitern. Das war sehr spannend!

Was nicht geklappt hat:

Fangen wir zuerst mit den weniger positiven Dingen an. Nicht funktioniert hat für mich Folgendes:

  • Waschmittel selber herstellen: die Herstellung war denkbar einfach, aber die Wäsche wurde nicht wirklich sauber. Eventuell muss ich mit der Dosierung noch einmal experimentieren oder mit dem Waschgrad. Konnte mich im Praxistest (Buntwäsche, 30° Grad) nicht überzeugen.
  • ZahnpastaTabletten: vielleicht schwierig zu verstehen, aber für mich war das sehr schwer eine Tablette nicht instinktiv runter zu schlucken, sondern im Mund zu zerkauen. Das fand ich richtig eklig. Gar nicht mal den Geschmack oder das Gefühl von der zerkauten Zahnpasta im Mund, sondern nur das vorherige zerkauen. Ich bin wieder auf “flüssig”-Zahnpasta umgestiegen….urgh.

Was sehr gut geklappt hat (und bleiben wird):

  • Stofftaschentücher: überraschenderweise finde ich diese wirklich sehr angenehm und weich. Mal abgesehen davon, dass sie unglaublich hübsch anzusehen sind (im sauberen Zustand versteht sich). Aber auch so habe ich mich schon sehr daran gewöhnt. Nur jeden Tag eines einzustecken, das vergesse ich oft noch 🙂
  • Bambus-Zahnbürste: ich putze mit dieser Zahnbürste von hydrophil sehr gerne und und gut und kann nichts bemäkeln. Wird nachgekauft! (Edit 05.07.17: scheint es jetzt auch im Müller in der Naturkosmetik-Abteilung zu geben!)
  • Zahnseide aus gewachster Baumwolle: funktioniert wie die normale aus Plastik auch und der schicke kleine Glasbehälter spart nicht nur Platz, sondern ist wieder befüllbar.
  • Seifen für Körper und Haare: Das ein Stück Seife länger hält als eine Packung Duschgel konnte ich jetzt zwar nicht bestätigen, aber zurecht gekommen bin ich damit ganz gut. Die Handhabung ist am Anfang etwas schwierig, man bekommt nicht so viel Produkt auf den Körper wie gewohnt. Ich überlege noch einen extra Post zum Thema Seifen zu machen, da das doch ein weites Feld ist.
  • Beewax-Papers: statt Frischhaltefolie verwende ich dieses mit Bienenwachs imprägnierte Papier und liebe es! Kein umständliches Gefrickel mehr mit der Folie, einfach die Dinger kalt abwaschen und wieder benutzen!
  • Spülschwämme aus Naturkautschuk und Schwamm: meine neuen Spülschwämme sind von sonett und finde sie super! Man kann sie auch in der Spülmaschine mit waschen, sie halten viel viel länger als die herkömmlichen Schwämme und verlieren kaum etwas von ihrer rauhen Oberfläche. So kommen beim Spülen keine Mikroplastikteilchen in das Abwasser. Empfehlung von mir!
  • Rasierer: meinen Rasierer aus Plastik habe ich gegen einen hochwertigen aus Metall mit wechselbaren Klingen von Mühle ausgetauscht. Die neue Handhabung hat etwas Übung erfordert, aber jetzt bin ich sehr zufrieden damit! Und ich gebe kein Geld mehr für unnötig teuer Ersatzklingen in Plastik aus, denn die Rasierklingen kosten nur um die 2€ und sind in Papier verpackt.
  • Spültücher: bis dato hatte ich immer diese Spültuchschwämme (oder wie heißt das?) von der Eigenmarke von Rewe genommen. Dann hab ich mir einfach mal zwei selber gestrickt bzw. gehäkelt. Voilá. So einfach. Und genauso praktikabel!
  • Kämme/Bürsten: habe ich durch die Holzvariante ersetzt. Meine aus Plastik waren teilweise schon 20 Jahre alt. Bin sehr zufrieden mit der Holzvariante!
  • Badreiniger selber machen: ich hab mir Baking Soda, Natron und Citronensäure gekauft und zusammen mit Essig ergibt das die perfekte Ausstattung für Putzmittel. Es wird noch ein extra Post folgen mit einfachen Rezepten, wie man Putzmittel selber herstellen kann.
  • Trinkflaschen: ich hab das schon so oft gesagt, dass ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt noch erwähnen muss. Aber ja, sich für unterwegs eine Trinkflasche einzupacken ist absolut sinnvoll und spart unnötige und überteuerte Spontankäufe!
  • Klassiker unter den Sparmaßnahmen: Jutebeutel. So vielseitig, so praktisch. Ich hab immer einen in meiner Tasche dabei, falls ich doch ad hoc noch etwas brauche.

Ich denke jetzt habe ich alles! Wie ihr seht sind in meinem Alltag doch deutlich mehr Dinge hängen geblieben als gedacht. Wenn man einmal den Schritt gemacht hat, macht es richtig Spaß weiter an sich und seinen eingefahrenen Verhaltensweisen zu arbeiten.

 

Fazit von mir:

Ich habe wahnsinnig viel gelernt – über mich und darüber, wie man Dinge selber herstellen kann. Das hat dazu geführt, dass ich mich nicht mehr so abhängig von gewissen Produkten fühle. Hab ich einmal vergessen Badreiniger nachzukaufen, mache ich ihn mir einfach schnell selber! Dazu musste ich auch ein bisschen mein Chemie-Schulwissen auffrischen, aber das war alles nicht tragisch. Mir hat das experimentieren richtig Spaß gemacht! Die Challenge war eine Herausforderung – vor allem, wenn ich abends nach der Arbeit müde noch einkaufen gegangen bin und mir dann meine Sachen sehr gezielt zusammen suche musste war die Versuchung nach etwas in Plastik zu greifen, sehr verlockend. Aber ich hab sehr gut durch gehalten! Einen Cheat hab ich zu vermelden – in der Woche vor Ostern habe ich mich zu einem Schoko-Ostereier-Kauf hinreißen lassen. Ich wollte meinen Lieben ein Nest basteln und für Konfiserie-Eier hatte ich nicht genug Geld. Aber ich denke so etwas ist ok. 🙂 Bis heute achte ich darauf, dass ich nicht so viel Plastik(-verpackungen) kaufe. Das fällt mir vor allem bei Gemüse und Obst sehr leicht. Aber auch im Bad schwindet mein Überfluss an Pflegeprodukten kontinuierlich. Und das ist ein gutes Gefühl! Man kann sich wieder auf seine wirklichen Lieblinge besinnen, wenn man die ganzen anderen Sachen mal aus dem Weg hat.

Generell muss ich sagen, dass mein Leben viel entspannter geworden ist. Ich bin irgendwie total aus dieser “muss-ich-haben”-Konsumspirale ausgestiegen. Neulich hab ich mir nach zwei Monaten das erste Mal wieder einen Artikel aus der dekorativen Kosmetik gekauft, wie schräg oder? Bin ich doch früher fast jede Woche im dm, rossmann gewesen und hab mir die neuesten LEs angesehen. Ich finde diese Entwicklung tut mir gut und auch der Umwelt. Ich werde das jedenfalls weiter verfolgen und meine Grenzen immer wieder neu testen! Ich kann es auch nur empfehlen 🙂