Hallo ihr Lieben!

Am 1. März, heute in zwei Wochen, ist Aschermittwoch – der Beginn der Fastenzeit. Auch wenn man nicht gläubig ist, kann man diese 6 Wochen dazu nutzen seine Gewohnheiten aufzubrechen und bewusster zu leben. Ich versuche das dieses Jahr auch – und zwar mit Plastikfasten.

Wahrscheinlich könnt ihr euch den Sinn hinter diesem Wort bereits selbst erschließen. Doch so einfach, wie es sich auf den ersten Blick anhört, ist es leider nicht. Ich hab letztes Jahr schon öfter darüber nachgedacht und letztendlich haben die Tücken mich von der Umsetzung abgehalten. Das Ganze hat ja mit Nachhaltigkeit zu tun – Plastik ist schädlich für die Umwelt. Super schädlich. 30 % des weltweit verwendeten Plastik landen in den Ozeanen, das sind pro Jahr 150 Millionen Tonnen. Fische, Schildkröten, Seevögel, Pinguine, Wale, Delfine und Robben halten den Müll für Nahrung oder verfangen sich darin. Für viele bedeutet das den Tod. Vor allem für Meeresschildkröten, die Plastiktüten oft für Quallen halten und dann elendig ersticken. Auch Strohhalme verfangen sich gerne in Kiemen oder Nasen der Meerestiere. Das will ich jetzt auch nicht weiter ausführen, jedenfalls hat mich das zum nachdenken gebracht (von den vor Chemikalien schäumenden Wellen im Meer ganz zu schweigen).

Mein Müll von einem Arbeitstag. Taschentuch, Himbeeren vom Lidl und kleine Snacks, die ich über die letzte Woche leer gemacht habe.

 

Mich hätte dieser Absatz als Leser jetzt schon überfordert – so ein großes Weltproblem! Wie und wo fange ich denn da an? Und bringt das überhaupt was?

Sagen wir mal so: jeder Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und ich bringe mit meiner Einstellung vielleicht auch andere Leute zum nach- und umdenken. Wünschen würde ich mir das zumindest.

Zum Anfang hab ich im Netz etwas recherchiert. Gute Grundinformationen findet ihr hier auch beim BUND. Die ersten Schritte sollten mich nicht überfordern und leicht umzusetzen sein. Der erste Gang wird mich in München zum “Ohne” Laden an der Universität in der Schellingstraße führen. Diesen verpackungsfreien Laden gibt es erst seit kurzem und ich hatte mir immer vorgenommen dort mal rein zu gehen. Bin aber aus Bequemlichkeit immer beim Lidl gelandet.

Des weiteren hab ich mich mental vor ein paar Wochen schon darauf eingestellt und immer wieder geguckt, wo ich was verpackungsfrei bekomme. Das erleichtert die Suche hoffentlich. Ich hab zum Beispiel entdeckt, dass der kleine Edeka bei mir um die Ecke komplett verpackungsfreies Gemüse aus dem Münchner Umland anbietet. Sogar seine Eier kann man dort lose kaufen! Find ich sehr gut, da werde ich öfter hingehen und in der Kartoffelkiste grabbeln ;D

Über den gesamten Zeitraum der Fastenzeit (also circa 6-7 Wochen) werde ich euch auf dem Laufenden halten und über meine Erfahrungen berichten. Was lässt sich umsetzen? Was werde ich beibehalten? Und wo fiel mir das Plastikfasten am schwersten? Ich hab da zwar so eine Ahnung (Stichwort Kosmetik)…lass mich aber überraschen.

Begleitet mich doch auf meiner kleinen Challenge!

 

P.S.: Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich das Titelbild dieses Beitrages durch eine Kunst-App gejagt habe. Warum? Nun….offensichtlich ist ein Bild von Müll einfach  – hässlich. Es ist negativ. Assoziiert Dreck, unhygienische Zustände, Chaos, schlichtweg negative Gefühle. Warum also ein wichtiges Thema, ein ernstes Problem “verschönern”? Ganz ehrlich: ich hatte zum einen Bedenken, ob den Artikel mit einem realistischen Headerbild überhaupt jemand klickt. Und zum anderen finde ich es auch für meinen Blog unästhetisch. Und da haben wir es wieder: die schöne Scheinwelt, die Bubble, in der uns Instagram und Co. gerne gefangen hält. Die blendet gewisse Probleme einfach aus wie z.B. die Umweltverschmutzung. Das kann man nicht schön inszenieren mit ein paar Rosen und einer schönen Kaffeetasse. Ne, das ist unangenehm und störend! Ja, ist es. Und dieser kleine Kniff von mir hat das bewiesen. Also seht mir bitte meine optische Verschleierung nach, mit der ich euch eventuell gelockt habe. Danke, wenn ihr trotzdem bis hierhin gelesen habt 🙂

#philosophiestundeaus