Hallo ihr Lieben!

Vielleicht habt ihr euch das schon gedacht oder aber, wie ich, überhaupt nicht in Verbindung gebracht, aber in Schottland gibt es  so einige bedeutende archäologische Stätten. Von Stonehenge hat jeder schon einmal gehört. Aber wusstet ihr, dass es über das Land verteilt noch viele weitere Steinkreise gibt? Besonders viele findet man auf den nördlichsten Inseln von Schottland, Orkney und Shetland. Aber auch in den Regionen Argyll, Dumfries, auf der Isle of Lewis oder in Galloway sind prähistorische Zeugnisse erhalten. Ich war für den Anfang in Kilmartin, einem kleinen Dorf in der Nähe von Oban. Dort könnte man locker einen ganzen Tag verbringen! Ich hab leider (wettertechnisch bedingt) nicht alles machen können, aber die wichtigsten Dinge waren dabei.

Ich hab ganz klassisch in der Dorfmitte mit der Kirche angefangen: sie beherbergt zwei sehr frühe Exemplare von christlichen Kreuzen und ist von einem wunderschönen Friedhof mit Grabsteinen bis aus dem 18. Jahrhundert.

Hier seht ihr noch Grabsteine aus dem sehr frühen Mittelalter mit teils piktischen und keltischen Ornamenten zu einer Zeit, wo das Christentum zwar schon angekommen war, aber noch viele Dinge aus der früheren Kultur präsent waren.

 

Die Standing Stones am Dorfrand sind ebenfalls aus einer sehr frühen Zeit. Von dem dortigen Parkplatz aus kann man eine schöne Wanderung zu weiteren Standing Stones und einem Wald machen (das viel bei mir leider wegen Regen aus). Ich konnte gerade noch das Foto machen, bevor der Guss von oben kam. Gummistiefel oder wasserdichte Wanderschuhe sind hier von Vorteil, da auch die Wiese mit den Steinen recht matschig war.

Noch etwas weiter südlich, ca. 10 min. Autofahrt entfernt, steht ein besonderer Hügel – Dunadd Fort. Vor der Entstehung Schottlands lag hier das Königreich Dalriada und zwischen 500 und 900 n.Chr. war das hier der wichtigste Ort dafür. Aus Nordirland eingewanderte “Scots” gründete dies während der Dark ages (ab ca. 500 n.Chr.). Der 50m hohe Hügel war damals nicht nur Zentrum, Festung und Hauptburg, sondern auch Krönungszentrum. Oben auf dem Gipfel findet man Reste von der Festungsmauer mit einer kleinen Vertiefung (könnte eine Art Schale für Räucherzeremonien gewesen sein) und zwei in Stein gehauene Fußabdrücke. Überlieferungen besagen, dass der zukünftige König während der Krönung mit den Füßen fest in dem Fels verankert stand und so das Tal überblickend zum Herrscher geweiht wurde. Leider weiß man so wenig über diese Periode und selbst erhalten Zeugnisse, wie eine nahe Inschrift, können nicht entschlüsselt werden. Aber auch so ist der Ort beeindruckend und atmet Geschichte. Das spürt man einfach sofort, wenn man dort hinauf steigt.

Der Aufgang zum Königsstein….man kann förmlich sehen, wie man die ehemaligen Mauern einer Festung durchschreitet und im Vorhof der Burg ankommt. Der Aufstieg dauert knapp 10 Minuten.

Natürlich musste auch ich meinen Fuß mal probeweise in den Fußabdruck stellen. Und was soll ich sagen, fühlt sich ziemlich gut an 😉 passt auch ganz gut!

Der Ausblick vom Königstein ist wirklich toll, vor allem, wenn ihr abends vorbei schaut und nur noch wenige Besucher dort sind habt ihr die Stätte eigentlich ganz für euch alleine.

 

Ich bin immer wieder fasziniert, welche großartigen Kulturen hier schon gelebt haben! Bin gespannt, welche Dinge noch so meinen Weg kreuzen werden….